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larhaire

Dieser Text ist nun schon über 2 Jahre alt und seitdem hat sich auch an meiner Anschauung wieder einiges geändert. Ich hab den Text aber so stehen lassen, weil ich ihn in sich stimmig fand, auch wenn ich vllt. nicht mehr 100pro damit übereinstimme *zwinker*

Etwas über Beziehungen

Zunächst einmal...für die, die mich kennen...ich werde im Folgenden keine Namen nennen. Erleichtert? *grinst* Aber mal Spass beiseite...ich versuche, diese Seite nicht in einen Geschlechterkampf ausarten zu lassen, sondern einfach nur allgemein etwas über Beziehungen zu verlieren. Auch wenn es teilweise etwas zynisch und überspitzt klingen mag, soll es dennoch eher als Denkanstoss dienen...

Nun, ich glaube, Beziehungen kann man am Ehesten mit Wein vergleichen. Je mehr man probiert hat, umso leichter (oder, unter Umständen...je nach aktueller Auswahl...auch schwerer) fällt einem die Wahl, welchen man denn am ehesten kostet. Oder, manchmal, greift man auch auf einen besonders guten Wein zurück. Manche hinterlassen einen trockenen Geschmack, manche einen bittersüssen, bei wieder anderen hofft man, das die Flasche nie zur Neige ginge.
Und man fragt sich beim nächsten Wein oft, inwiefern dieser jetzt besser oder schlechter ist als der letzte, den man getrunken hat. Oder warum man bei einem bestimmten Wein immer Kopfschmerzen bekommt. Ganz zu Schweigen von dem Drama, was passiert, wenn man zwei Weine gleichzeitig hat und sich entscheiden soll, welchen man denn nun trinken soll. Oder was passiert, wenn einem aus Versehen oder auch absichtlich die Flasche umkippt und danach nix mehr drin ist. Ach ja...und dann gibt es ja auch noch diejenigen, die ja eigentlich gar keinen Wein mögen, sondern lieber Bier.

Ich weiss, der obrige Abschnitt hörte sich jetzt ein wenig wirr an...aber sind Beziehungen nicht genau das? Wirr? Die ganze Zeit bemühen wir uns (die einen mehr, die anderen weniger), Partner zu finden, bevorzugt solche, die gut Aussehen, dieselben Interessen und Ziele haben und natürlich ganz hervorragend in Sachen Sex sind.
Und geht es uns nicht sehr oft so, das genau dann, wenn man meint, alles in diesem Partner gefunden zu haben, man auf einmal feststellt, das sich unsere eigenen Ansprüche im Laufe der Zeit ziemlich gewandelt haben und man sich plötzlich unter seinem Wunschpartner etwas völlig anderes vorstellt? Viele stellen sich in solchen Zeiten immer eine oder mehrere der folgenden Fragen: "Gibt es da draussen noch etwas Besseres als ihn/sie und habe ich Chancen, so jemanden zu bekommen? Oder gerate ich eher vom Regen in die Traufe? Bekomme ich überhaupt noch jemanden oder ist der Zug langsam abgefahren für mich? Was für Vorteile hat es denn überhaupt noch, in dieser Beziehung zu bleiben? Und wären diese Vorteile es wert, bei dem Partner zu bleiben? Etc..." Ganz zu schweigen davon, wie man sich fühlt und grübelt, wenn man selber derjenige ist, über den nachgedacht wird:"Bin ich wirklich so schlimm? Soll ich mich ändern? Wie weit soll ich mich ändern? Was habe ich denn falsch gemacht? (und natürlich dieselben Fragen wie derjenige, der nachdenkt)"

Zusammengefasst kann man beinahe den Schluss ziehen, das alles davon abhängt, wie kompromissbereit wir sind. Und wie rational oder emotional. Oder beides? Spielen Gefühle in der heutigen Zeit wirklich die Rolle, so wie es überall glorifiziert wird? Oder ist es nicht vielmehr der rationale Teil, der die Entscheidung treffen will und der emotionale Teil lediglich seinen Segen dazu gibt oder protestiert, wenns arg zu schlimm wird. Die Rationalität bestimmt in jedem Fall die Kompromissbereitschaft...aber was bestimmt die Emotionalität? Ebenfalls die Kompromissbereitschaft? Muss ja schon fast, ansonsten gäbe es wohl weder die berüchtigten "Pantoffelhelden" noch die "Heimchen am Herd". Oder? Und vor allem...inwieweit kann der Partner die Rationalität/Emotionalität von einem beeinflussen und damit auch die Kompromissbereitschaft?

Es fängt doch eigentlich immer sehr schön an...man verliebt sich, schwebt wochenlang auf der berüchtigten Wolke 7, ist im Einklang mit sich und der Welt...und dann...irgendwann...kommt ganz schleichend die Ernüchterung. Man findet die erste Sache, die einem an dem Partner nicht gefällt. Man stellt überrascht fest, das Dinge, die der Partner an einem am Anfang so toll fand, ihm auf einmal missfallen. Stellt sich die Frage, warum man dieses oder jenes nicht mehr tut oder warum der andere sich auf einmal so seltsam verhält. Und je nachdem, auf welcher Seite man dann gerade steht, fängt man an, über die Beziehung nachzudenken. Erst für sich im Stillen, dann eventuell mit dem Partner. Man bekommt zu einem gewissen Grad Verlustängste oder auch Angst, sich in der Beziehung zu verlieren oder das die Beziehung viel zu früh schon zu fest wird oder zuviel Routine zeigt oder oder oder oder oder oder oder oder...einmal in Gang gesetzt, dreht sich das Rad der Überlegungen in einem fort und fort...

An diesem Punkt angelangt, gibt es eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten:
1. Man rauft sich weiterhin zusammen...schafft man das oft genug...ist es prima und man hat wahrscheinlich erstmal bis zur Midlife-Krisis Ruhe.
2. Man sucht immer mehr und neue Gründe und auf einmal steht man vor dem Scherbenhaufen, der sich einst Beziehung nannte und fragt sich, wie um alles in der Welt es hatte so weit kommen können.

Und irgendwann, mir passiert das relativ regelmaessig, denkt man ueber die vergangenen Beziehungen nach...und, zumindest bei mir ist das so, mir fallen jedes Mal weitere Dinge auf, die ich hätte besser oder anders machen oder wo ich hätte früher reagieren sollen.
Und manchmal sehnt man sich auch nach einer alten Beziehung zurück, weil die, aus der heutigen Sicht betrachtet, ja doch eigentlich ganz schön war. Oder man trifft einen Expartner wieder und fragt sich auf einmal, wie man mit dem je hatte eine Beziehung anfangen können.

Aber wir probieren es immer weiter...immer auf der Suche nach dem Partner, mit dem man sich vorstellen kann, den Rest seines Lebens zu verbringen. Wir nutzen den Kick, den uns das Verliebtsein in der Anfangszeit gibt, um uns besser zu fühlen, auf das wir etwas haben, von dem wir in Krisenzeiten zehren können...seien das schöne Erinnerungen oder viel und guter Sex oder was auch immer...

Noch ein Wort zu Trennungen:
Trennungen sind immer hart, zumindest, wenn man sich wirklich etwas bedeutet hat. Und zwar auf beiden Seiten, auch wenn es der "verlassenen" Seite immer offensichtlich schlechter zu gehen scheint. Aber das liegt nicht daran, das derjenige, der den anderen verlässt, nicht leiden würde. Vielleicht hat derjenige ja bereits in der Beziehung sehr (vielleicht sogar noch mehr als der verlassene jetzt) gelitten und hat sich langsam von dem anderen entfernt und dabei schon Schmerz verarbeitet. Oder er verdrängt den Schmerz, weil er wegen irgendetwas anderem stark sein muss. Oder weil er auch vielleicht seine Gefühle nicht so offen zeigen kann. Manche können ihren Schmerz auch akut gar nicht verarbeiten, sondern müssen das Ganze erstmal sacken lassen. Es gibt viele Möglichkeiten...aber nur in den wenigsten Fällen ist es wirklich so, das derjenige, der den anderen verlässt, nicht leiden würde.

Nun aber noch etwas positives zum Schluss *zwinker*:
Rationalität, Emotionalität, was auch immer...aber gibt es denn wirklich etwas Schöneres als wenn man frisch verliebt ist? Ich kann da nur aus einem Lied zitieren: "Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst..."
Und ist es das nicht allen Schmerz der Welt wert? Um noch wen anders zu zitieren:

"Besser geliebt und verloren als niemals geliebt."